Vorspeise Smalltalk, Nachtisch Business

Ob das Geschäftsessen Spaß macht oder bereits vorab schwer im Magen liegt, kommt auf viele Faktoren an. Allen voran steht die Frage, mit wem bei der gemeinsamen Nahrungsaufnahme Geschäftliches besprochen wird.

Falls Sie ein Geschäftsessen organisieren, wählen Sie zunächst ein geeignetes Restaurant aus und reservieren Sie unbedingt einen Tisch. Fragen Sie, ob es sich um einen gut platzierten Tisch handelt und es dort nicht zu laut ist – denn das kann bei einem Geschäftsessen sehr störend sein. Falls Sie ausländische Gäste empfangen, sollten Sie daran denken, dass Gäste aus dem indischen und dem arabischen Raum oftmals kein Fleisch essen (das gilt vor allem für Rind bzw. Schwein). Da immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan essen, lohnt auch dazu eine vorherige Nachfrage bei Gästen oder Geschäftspartnern.

Hereinspaziert: So geht’s laut Knigge ins Restaurant

Als Gastgeber beziehungsweise als Mann betreten Sie das Restaurant als Erster. Da Sie dabei meist die Tür öffnen, halten Sie diese kurz auf, damit die anderen hindurch gehen können. Setzen Sie sich jedoch danach wieder an die Spitze, um sich als Gastgeber nach dem reservierten Tisch zu erkundigen. Auch wenn Sie als Frau mit Kollegen unterwegs sind, dürfen Sie als Erste eintreten. Schließlich kennen Sie das Restaurant und kein Mann muss Sie vor etwas bewahren oder schützen.

Als besonders ungehobelt wird es empfunden, mit den Händen in den Hosentaschen und geöffnetem Jackett ins Lokal zu marschieren. Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihre Hände neben dem Körper halten.

Wie sieht es im Jahr 2017 mit der Frage aus, wer wem in den Mantel hilft? Das ist nicht pauschal zu beantworten. Die Geste bleibt eine schöne Geste – solange sie nicht aufgegesetzt wirkt. Je nach Position helfen Sie anderen beim Entledigen des Mantels oder lassen sich selbst aus der Jacke helfen. Der Mann hilft dabei positionsübergreifend der Frau – aber erst, nachdem er sich vorher kurz erkundigt hat, ob er denn dürfe.

Geduld bei der Wahl des Tisches

Tischmanieren sind nicht alles. Gutes Benehmen fängt im Restaurant schon frühe ran. Warten Sie stets, ob Sie vom Servicepersonal zum Tisch geführt werden. In besseren Restaurants ist dies Sitte und es wäre peinlich, sich selbst einen Tisch zu suchen. Denn: Wenn das Restaurant ausgebucht ist, müssen Sie gegeben Falls wieder aufstehen, was für alle sehr unangenehm ist.

Der Tisch steht fest? Dann sieht die Reihenfolge beim Gang wie folgt aus: Der Kellner geht vor, gefolgt von Ihren Gästen beziehungsweise Kunden. Danach laufen Ihre Mitarbeiter. Am Schluss geht der Gastgeber. Führt Sie kein Kellner zum Tisch, gehen Sie als Gastgeber voran. Beim Herausgehen lassen Sie dem Ranghöheren (Gast, Kunde, Dame, Älterer) den Vortritt.

Bestellen: Geduld und Purismus

Wer eine gute Kinderstube genossen hat, wird wissen, dass er sich beim Bestellen zurückhält, bis der Gastgeber gegenüber dem Kellner das Zeichen gibt, Getränke und Speisen aufzunehmen. Gerade bei Geschäftsessen ist es ratsam, einfache Gerichte zu bestellen. Soll heißen: Wer das Aufdrehen der Spagetti nicht beherrscht, ohne sich und Tischnachbarn mit Pastasoße zu bekleckern, sollte eher eine andere Nudelsorte wählen Wer eingeladen wird, entscheidet sich nicht für das teuerste Gericht. Ist ein Menü geplant, ist es ratsam, ebenso ein Menu zu essen. Gibt es nur einen Gang, ordern Sie selbst auch nur einen Gang.

Knigge am Tisch: Das Thema macht die Stimmung

Worüber beim Geschäftsessen gesprochen wird, hängt stark davon ab, mit wem Sie essen gehen und wie oft Sie mit dieser Person schon essen gegangen sind. Auch die Herkunft des Geschäftspartners spielt eine wichtige Rolle. Generell gilt: Halten Sie sich mit dem Geschäftlichen die erste halbe Stunde zurück. Mit dieser Regel fahren Sie in Deutschland immer gut und vermeiden auch im Ausland die gröbsten Fettnäpfchen, wo mitunter nicht vor dem Dessert über das Business gesprochen wird.

Mit Kollegen können Sie hingegen natürlich über den Berufsalltag sprechen – wobei es in der Mittagspause durchaus schönere Gesprächsthemen geben kann. Darüber hinaus ist der gemeinschaftliche Lunch-Termin eine hervorragende Gelegenheit, Kollegen und Kolleginnen auch außerhalb des Jobs kennen zu lernen und einiges Privates zu erfahren. Privat heißt allerdings nicht, den Kollegen über den gestrigen Abend oder Partner auszufragen beziehungsweise ungefragt intime Details zwischen Pizza und Pasta auszubreiten. Vielmehr geht es um Hobbys oder unterhaltsame Erlebnisse, die gleichsam etwas über das Gegenüber erzählen. Dazu zählen etwa Gespräche über Begegnungen mit interessanten Menschen oder Beobachtungen, aber auch der letzte Kinofilm oder das gestrige Fußballspiel. Das Wetter indes darf bestenfalls als Steigbügelhalter in eine ungezwungene Unterhaltung zu Tisch dienen.

Folgende 3 Themen sind zu vermeiden

  • Religion
  • Sex
  • Politik

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